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Energiegemeinschaften
(Bürgerenergiemodelle)

Mit Inkrafttreten des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (EIWG) wurden die gesetzlichen Möglichkeiten für die gemeinschaftliche Erzeugung und Nutzung von erneuerbarer Energie, z. B. aus Photovoltaikanlagen, in sogenannten Energiegemeinschaften bzw. Bürgerenergiemodellen neu definiert und erweitert. 

Sie benötigen Unterstützung bei der Gründung oder Organisation einer Energiegemeinschaft?

Für ein persönliches Beratungsgespräch wenden Sie sich bitte an die Beratungsstelle des Landes Salzburg oder an einen spezialisierten Dienstleister für Energiegemeinschaften.

Welches Bürgerenergiemodell passt zu mir?

1. Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage (GEA)

Strom innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks gemeinsam nutzen. Ideal für Mehrparteienhäuser, Wohnanlagen oder gemeinsam genutzte Betriebsstandorte.

2. Erneuerbare Energiegemeinschaft (EEG)

Erneuerbaren Strom in der Region gemeinsam nutzen. Für Privatpersonen, Gemeinden und Unternehmen innerhalb eines lokalen oder regionalen Nahebereichs.

3. Bürgerenergiegemeinschaft (BEG)

Strom österreichweit gemeinsam nutzen. Für Gemeinschaften, deren Teilnehmer:innen nicht auf einen bestimmten geografischen Bereich beschränkt sein sollen.

4. Standortübergreifende Eigenversorgung (EVA)

Eigenen Strom an mehreren eigenen Standorten nutzen. Zum Beispiel PV-Strom vom Ferienhaus am Hauptwohnsitz oder an einem weiteren Betriebsstandort verbrauchen. 

5. Peer-to-Peer-Vertrag (P2P)

Strom direkt mit anderen teilen, verschenken oder verkaufen. Für Personen und Unternehmen, die Strom auf Basis einer individuellen Vereinbarung austauschen möchten.

Modell Rechtsperson erforderlich Österreichweit möglich Netzentgelt Vorteile Entfall Steuern & Abgaben
GEA Nein Nein Ja Ja, vollständig
EEG Ja Nein Ja Ja, Elektrizitätsabgabe und Erneuerbaren-Förderbeitrag
BEG Ja Ja Bis 1.1.2027 keine Reduktion der Netzentgelte; danach je nach Nahebereich Nein
EVA Nein Ab April 2027 Bis 1.1.2027 keine Reduktion der Netzentgelte; danach je nach Nahebereich Bis 1.1.2027 keine Reduktion der Netzentgelte; danach je nach Nahebereich
P2P Nein Ab April 2027 Bis 1.1.2027 keine Reduktion der Netzentgelte; danach je nach Nahebereich Bis 1.1.2027 keine Reduktion der Netzentgelte; danach je nach Nahebereich

So funktioniert die gemeinsame Energienutzung

Für die Teilnahme an einem Bürgerenergiemodell ist ein Smart Meter mit aktivierter Viertelstundenmessung erforderlich. Die gemessenen Verbrauchs- und Erzeugungswerte bilden die Grundlage für die Aufteilung der gemeinsam genutzten Energie. Alle 15 Minuten wird ermittelt, wie viel Energie erzeugt und verbraucht wurde. Die verfügbare Energiemenge wird entsprechend dem tatsächlichen Verbrauch auf die Teilnehmer:innen verteilt. Reicht die erzeugte Energie nicht aus, wird der zusätzliche Strom wie gewohnt über den gewählten Energielieferanten bezogen. Nicht verbrauchte Energie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und kann durch einen frei gewählten Energieabnehmer vergütet werden.

Aufteilung der Energie

Bei neu aktivierten Bürgerenergiemodellen wird die erzeugte Energie ausschließlich nach dem dynamischen Verteilmodell aufgeteilt. Dabei wird die Energie entsprechend dem tatsächlichen Verbrauch der teilnehmenden Verbrauchsanlagen verteilt. Das dynamische Verteilmodell gilt einheitlich für alle Bürgerenergiemodelle.

Aufgabe des Netzbetreibers

Der Netzbetreiber verarbeitet die erforderlichen Messdaten und stellt sie den beteiligten Marktpartnern zur Verfügung.

Wichtig: Die interne Verrechnung innerhalb des Bürgerenergiemodells erfolgt durch die Beteiligten selbst oder durch einen beauftragten Organisator bzw. Dienstleister.

Nahebereichszonen & Netzentgeltreduktionen

Die Höhe einer möglichen Netzentgeltreduktion hängt nicht mehr vom gewählten Modell ab, sondern davon, wie nahe die teilnehmenden Anlagen im Stromnetz miteinander verbunden sind. Je näher Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen beieinander liegen, desto geringer kann die Belastung des Stromnetzes sein und desto höher kann die Reduktion des Netznutzungsentgelts ausfallen. Die Zuordnung erfolgt über sogenannte Nahebereichszonen. Diese beschreiben, wie nahe Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen im Stromnetz miteinander verbunden sind. Sie bilden die Grundlage für die Ermittlung möglicher Netzentgeltreduktionen.

Möchten Sie wissen, in welchem Lokal- oder Regionalbereich sich Ihr Zählpunkt befindet? Mit unserer Nahebereichsabfrage können Sie anhand Ihrer Adresse oder Ihres Zählpunkts Ihren Lokal- oder Regionalbereich ermitteln.